9. Februar 2019

Infos aus dem Netz

R(h)eingehört: Im Gespräch mit Eleonora Schönborn

In diesen guten Nachrichten aus dem R(h)eintal hören wir rein in ein Gespräch mit Eleonora Schönborn. Am denkwürdigen Samstag, dem 18. Mai waren Klaus Begle, Initiator der Sonntagsdemonnstrationen für ein fremdenwürdigeres Menschen- und Asylrecht und Julia Felder die der heute 99-jährigen zu Gast. Wir sprachen mit über ihr eigenes bewegtes Leben als Vertriebene und über Menschenwürde im Angesicht von Fremdheit – in der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Blonder Engel – Da Vizi auf Ibizi [official]

Dein Freitag für die Zukunft

Petra Bonmassar: Wir Kinder der Volksschule Klaus (Österreich / Vorarlberg) haben ein Lied zum Thema „Fridays for Future“ komponiert und gesungen.
Vor allen die Klasse 4a hat mit vollem Einsatz geübt und den Song dann sogar im Tonstudio aufgenommen!
Das habt ihr SPITZE gemacht, Leute!!!

Wir möchten Greta Thunberg in ihrer Bewegung unterstützen, können aber nicht den Unterricht schwänzen, um an Demos teilzunehmen.
Deswegen haben wir das Thema einfach ZUSAMMEN mit den Lehrern bearbeitet…!
So macht das Sinn!

Die namhafte Komponistin und Sängerin Petra Bonmassar hat uns ein wenig dabei geholfen 😉

Der Song ist UNSER BEITRAG für den Klimaschutz!

Wir freuen uns über jeden, der mitsingt… und vielleicht auch ein bisschen nachdenkt …
und vielleicht sogar ein kleines bisschen die Welt (mit)rettet…

DANKE, DASS AUCH DU MITMACHST!

Österreich: Wo bleibt der Aufstand & Widerstand?

Stimmen zum globalen Klimastreik – Innsbruck – Mag. Wilfried Hanser – 15.03.19

Einblicke in Flüchtlingsgeschichten & Einbürgerung in Vorarlberg. Sonntagsdemonstrationen Vorarlberg

Rap gegen Nazis mit Esther Bejarano – Sie sieht eine Parallele zum Faschismus! Zunehmender Rassismus!

Esther Bejarano kämpft unermüdlich gegen den Hass und gegen das Vergessen: Die Holocaust-Überlebende besucht Schulen und gibt Konzerte mit den Hip-Hoppern von „Microphone Mafia“.

In vielen kleinen Schritten zum Bösen – Rede vom Schriftsteller Michael Köhlmeier – Mauthausen Gedenktag 2019

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Sehr geehrte Damen und Herren, Präsident Sobotka hat mir Mut gemacht, als er gesagt hat: ‚Man muss die Dinge beim Namen nennen‘. Und bitte erwarten Sie nicht von mir, dass ich mich dumm stelle. Nicht an so einem Tag und nicht bei so einer Zusammenkunft.

Ich möchte nur eines: Den Ermordeten des NS-Regimes von deren Leben die jungen Damen und Herren vorhin so unglaublich eindringlich berichtet haben in die Augen sehen können. Und sei es auch nur mit Hilfe Ihrer und mit Hilfe meiner Einbildungskraft.

Und diese Menschen höre ich fragen: Was wirst Du zu jenen sagen, die hier sitzen und einer Partei angehören, von deren Mitgliedern immer wieder einige nahezu im Wochenrhythmus naziverharmlosende oder antisemitische oder rassistische Meldungen abgeben. Entweder gleich in der krassen Öffentlichkeit oder klammversteckt in den Foren und Sozialen Medien. Was wirst du zu denen sagen?

Willst du so tun, als wüsstest du das alles nicht? Als wüsstest du nicht, was gemeint ist, wenn sie ihre Codes austauschen. Einmal von gewissen ‚Kreisen in der Ostküste‘ sprechen? Dann mit der Zahl ’88‘ spielen? Oder wie eben erst den Namen ‚George Soros‘ als Klick verwenden zu Verschwörungstheorien in der unseligen Tradition der Protokolle der ‚Weisen von Zion‘? Der Begriff ’stichhaltige Gerüchte‘ wird seinen Platz finden im Wörterbuch der Niedertracht und der Verleumdung.

Gehörst du auch zu denen, höre ich fragen, die sich abstumpfen haben lassen, die durch das gespenstische immer wieder dieser Einzelfälle nicht mehr alarmiert sind, sondern im Gegenteil, das häufige Auftreten solcher Fälle als Symptom der Landläufigkeit abtun, des Normalen, das kennen wir eh schon, des einschläfernden ‚ist nix Neues‘? 

Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem Schritt. Nie. Sondern mit vielen kleinen. Von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung. Erst wird gesagt, dann wird getan. 
Willst du es dir – so höre ich fragen – des lieben Friedens willen widerspruchslos gefallen lassen, wenn ein Innenminister wieder davon spricht, dass Menschen konzentriert gehalten werden sollen?

Willst du feige die Zähne zusammenbeißen, wo gar keine Veranlassung zur Feigheit besteht? Wer kann dir in deinem Land, in deiner Zeit schon etwas tun, wenn du die Wahrheit sagst! 
Wenn diese Partei, die ein Teil unserer Regierung ist, heute dazu aufruft, dass Juden in unserem Land vor dem Antisemitismus mancher Muslime, die zu uns kommen, geschützt werden müssen, so wäre das recht. Und richtig. Alleine – ich glaube – den Aufrufen nicht.

Anti-Islamismus soll mit Philosemitismus begründet werden. Das ist genauso verlogen wie ehedem die neonkreuzfuchtelnde Liebe zum Christentum. Sündenböcke braucht das Land. Braucht unser Land wirklich Sündenböcke? Wer traut uns solche moralische Verkommenheit zu? Kann man in einer nahe stehenden Gazette schreiben, die befreiten Häftlinge aus Mauthausen seien eine Landplage gewesen‘ und zugleich zu Verteidigern und Beschützern der Juden aufschwingen? Man kann. Ja man kann.

Mich bestürzt das eine – das andere glaube ich nicht. 
Und wer das glaubt, ist entweder ein Idiot oder er tut so, als ob. Dann ist er ein Zyniker. Und beides möchte ich nicht sein. 
Meine Damen und Herren, Sie haben diese Geschichten gehört, die von den jungen Menschen gesammelt wurden. Und sicher haben Sie sich gedacht, hätten diese armen Menschen damals doch nur fliehen können. Aber Sie wissen doch, es hat auch damals schon Menschen gegeben, auf der ganzen Welt, die sich damit brüsteten, Fluchtrouten geschlossen zu haben.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich heute vor Ihnen sagen soll. Und mir wäre lieber gewesen, man hätte mich nicht gefragt, ob ich sprechen will. Aber man hat mich gefragt und ich empfinde es als meine staatsbürgerliche Pflicht es zu tun. Es wäre so leicht, all die Standards von ‚Nie wieder‘ und bis ‚Nie vergessen‘, diese zu Phrasen geronnen Betroffenheiten aneinander zu reihen wie es für Schulaufsätze vielleicht empfohlen wird um eine gute Note zu bekommen. Aber dazu müsste man so tun als ob. Und das kann ich nicht und das will ich nicht. Schon gar nicht an diesem Tag, schon gar nicht bei dieser Zusammenkunft. Ich möchte den Opfern, die mit Hilfe der Recherchen und der Erzählungen dieser jungen Menschen und mit ihrer und mit meiner Einbildungskraft zu mir und zu Ihnen sprechen und mir zuhören. Ihnen möchte ich in die Augen sehen können. Und mir selbst auch.

Und mehr habe ich nicht zu sagen. Danke.

Gehörst du auch zu denen, höre ich fragen, die sich abstumpfen haben lassen, die durch das gespenstische immer wieder dieser Einzelfälle nicht mehr alarmiert sind, sondern im Gegenteil, das häufige Auftreten solcher Fälle als Symptom der Landläufigkeit abtun, des Normalen, das kennen wir eh schon, des einschläfernden ‚ist nix Neues‘? 

Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem Schritt. Nie. Sondern mit vielen kleinen. Von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung. Erst wird gesagt, dann wird getan. 
Willst du es dir – so höre ich fragen – des lieben Friedens willen widerspruchslos gefallen lassen, wenn ein Innenminister wieder davon spricht, dass Menschen konzentriert gehalten werden sollen?

Elfriede Jelinek: Oh Du mein Österreich. Da bist Du ja wieder.

Out Here – Paul Heidegger

Out Here“ is a song I wrote in 2017 about borders, nationalities, flight and migration. In the lyrics I quoted the writer Jack Kerouac and some of my favourite Singer-Songwriters like Bob Dylan, Anais Mitchell or the German Dota Kehr. So I guess the result is kind of a mix of ideas, words and sentences formed into what I wanted to say but could’t without a little help. Reading and hearing about flight and migration and the misery and helplessness it’s causing every day, I think it’s time to ask ourselves which borders are worth protecting: the ones between nationalities, which are (as proven by history) changeable and fragile, or the ones between human beings that create individualism and privacy. +++Lyrics+++
Out here in the garden where I sleep under the sun I dream away from the world around me and I close my eyes against the storm. And I swore myself to be a rebel for what I love but out here the wind’s a whisper and the sky looks way too high above. Maybe once I was a mad one, once I lived for what I did and I burned for my own living, I was mad about seeing with my heart to find a glimpse of truth beside old lies for not to be another critic in a world that seemed like a gallery of arts. But out here there are walls behind every garden fence. Out here is propaganda and out here there is offense. This ringing in my ears is getting louder than before again it breaks the silence and is knocking on my door. Oh, lord. Out here is a dim light flickering in the opposite room, there’s a battle that is raging and the waters keep on growing. So get out here let’s be Noah, build an ark of wooden planks! We sink like stones, like Dylan said: „The times they’re a-changin‘“ back. Well, here’s the promised land, there’s old American Dream. You can dream your rags to riches there, you can get caught up in this scene. Jesus was a Mexican, Aida a girl from Syria they found a dried down river where once their ships were sent to sail. And they found out here there are walls behind every garden fence. Again there’s propaganda and again there is offense. This screaming in their ears was getting too loud to bear. Again it broke the silence and was charging up the stairs. Oh, lord. Out here in the garden I can’t get no sleep in the sun, can’t dream away the world around me, how could I close my eyes against the storm? It’s time to part the sea, it’s time to tear down all these walls and it’s time to break the silence when another rabble-rouser talks. And out here will be no nations, no borders and no walls, in the passports there’ll be written „Earth“ as land of birth. Out here will be freedom and out here will be no harm. The tree will fall but new seed will grow and the restless will be calm. +++ Music and Words: Paul Heidegger Sound and Production: Andreas Walch Production&Entertainment Video: Christian Koch

Kulturprojekt BUNT // Aufstand der Vielfalt für Kinder – Ivana Vlahusic – SONG BUNT

papierzorn, papierwut, papiermut versteckst du unter dem papierhut so leise, so leicht, zerbrechlich vielleicht bitterkalt, wie ein stein, sind wir menschen, unser sein denn der regen frisst den regenbogen er ist betrogen worden und will die welt ermorden wo landet nun der überfüllte flüchtlingszug?

die menschheit fragt; sie schreit: wir haben genug DER HIMMEL IST BLAU DIE SONNE SCHEINT ROT DIE MENSCHEN IM BOOT REIMT SICH AUF TOT UND DER HIMMEL WIRD GRAU DIE SONNE SCHEINT NICHT MEHR, SIE DROHT DIE MENSCHEN GANZ HOCH LACHEN SICH TOT die welt, sie fällt; die welt, sie fehlt solidarität, toleranz und akzeptanz… das lieben nur großgeschrieben die welt und die reden, die sie hält spektakulär, totalitär, unfair, nur von ungefähr die sonne schließt sich an, der welt, dem regen, dem hundeleben, der erde wie einer schafherde, die schreit: „ich bin ja nicht bereit!“

die welt ist am arsch und die zeit, sie weint doch sie ist sowieso falsch wie mein mittagsschlaf – nein, ich schlaf nicht ein das kind in mir zählt die schafe vor dem schlaf vor dem schwarzen schaf hat das kind keine angst denn die schwarzen gibt es nicht, die weißen gibt es auch nicht „da sind nur kinder“ da sind nur schafe, und ich schlafe ein DER HIMMEL IST BLAU DIE SONNE SCHEINT ROT DIE MENSCHEN IM BOOT REIMT SICH AUF TOT UND DER HIMMEL WIRD GRAU DIE SONNE SCHEINT NICHT MEHR, SIE DROHT DIE MENSCHEN GANZ HOCH LACHEN SICH TOT ihr menschen abgehoben, ganz hoch oben, hört mal zu!

wir haben genug von eurem betrug ihr habt am herzen ein loch im kopf nur noch geld und gold eure reden über menschenrechte, freiheit und gleichheit sind um sonst wir sind ja nicht gleich! hey, leute, menschen! hört mal zu, ich sag das noch ein mal: wir sind wir sind nicht gleich wir sind anders, wir sind bunt das ist schön und das ist gut wir sind anders, wir sind bunt was redest du denn da? der verstand, er fragt; er schreit: „ich in ja nicht bereit“ die welt ist am arsch und die zeit, sie weint doch sie ist sowieso falsch blöd fake am I still awake?

after this heartbreak, earthbreak, earthquake, headache cheesecake or milk shake which one should I take? what a though decision, our obnoxious world vision DER HIMMEL IST BLAU DIE SONNE SCHEINT ROT DIE MENSCHEN IM BOOT REIMT SICH AUF TOT UND DER HIMMEL WIRD GRAU DIE SONNE SCHEINT NICHT MEHR, SIE DROHT DIE MENSCHEN GANZ HOCH LACHEN SICH TOT … unendlich, ein Kreis zerbrechlich und weiß – der Papiermensch auf dieser Papierwelt unendlich, ein Kreis zerbrechlich und weiß nein nein nein, rund und bunt wir sind alle eins rund und bunt wir sind alle eins rund und bunt wir sind alle eins